Schloss Starnberg

Starnberg
Schloss Starnberg

Mittelalterliche Veste

Zu den ältesten Schlössern der Region gehört Schloss Starnberg, 1244 als „Starnberch castrum" erstmals erwähnt. In der Stauferzeit war die Burg ein Vorposten der mächtigen Grafen von Andechs gegen die damals noch nicht so fest im Sattel sitzenden Wittelsbacher. Deren Burg auf dem Karlsberg war bedenklich nahe, und so spielte Starnberg im Verteidigungskonzept der Andechser eine wichtige Rolle. Der auf drei Seiten abfallende Moränenhügel bot sich für eine Burg an. Doch Richtung Süden - heute Richtung Schlossgarten - befand sich ursprünglich ein durchgehender Bergrücken.

In mühevoller Arbeit ließen die Grafen den Berg abtragen bis ein tiefer Graben entstanden war, über den eine Zugbrücke gespannt wurde. Nach dem Aussterben der Andechser nahmen die Wittelsbacher „Starnberch castrum" ein und machten es nach einiger Zeit zum Verwaltungssitz.

Glanzzeit der Renaissance

Ihrer militärischen Bedeutung verlustig gegangen wurde die Anlage immer häufiger als Sommerresidenz benutzt. Um 1400 übergab Herzog Ernst sie seiner Gemahlin Elisabeth Visconti als Morgengabe. Auch deren Sohn Albrecht III., Ehemann der unglücklichen Agnes Bernauer, zeigte für Starnberg Interesse, genauso wie sein Nachfolger. Wie die Forschungen von Kreisheimatpfleger Gerhard Schober ergaben, wurde vermutlich damals schon - im 15. Jahrhundert - die wohl enge und unkomfortable Burg in ein Schloss umgewandelt, wie es den Ansprüchen des Hofes entsprach. Die bislang angenommene Jahreszahl 1541 scheint sich nur auf die Bemalung der Schlossfassade zu beziehen, wie sie - im Stil der Renaissance aus Italien kommend - in jener Zeit modern war. Dieses Schloss, eine Vierflügelanlage, war nun Zentrum sommerlicher Vergnügungen des blühenden Renaissance-Hofes der Wittelsbacher. Im Norden legte man einen Tanzplatz an, im Süden einen italienischen Garten, und am anderen Ende des Gartens, wo heute Sankt Joseph steht, baute man ein Schlösschen für die Gäste, da bei den großen Sommerfesten nicht alle im Schloss Platz fanden.

Mit der Krisenzeit des Dreißigjährigen Kriegs und dem Erwerb der Schlösser Berg und Possenhofen durch Kurfürst Ferdinand Maria war die Glanzzeit des Starnberger Schlosses vorbei. Bis auf zwei Kassettendecken erinnert in den nüchternen Amtsstuben des heute dort untergebrachten Finanzamts nichts mehr an die dort einst tafelnden, feiernden, tanzenden und der Musik lauschenden Fürsten und deren Gäste.