10 Gründe, die gegen die gesetzliche Erbfolge sprechen

Badmann10 Gründe, die gegen die gesetzliche Erbfolge sprechen

Die gesetzliche Erbfolge greift immer dann ein, wenn kein Testament vorliegt oder wenn ein Testament keine Erbeinsetzung enthält und somit eine Lücke aufweist. Die gesetzliche Erbfolge baut auf zwei Prinzipien auf: das Ehegattenerbrecht und das Erbrecht der Verwandten. Beim Verwandtenerbrecht kommen in erster Linie Kinder und Abkömmlinge verstorbener Kinder zum Zuge. In zweiter Linie, wenn keine Abkömmlinge vorhanden sind, kommen Eltern und Geschwister als Erben in die Erbengemeinschaft.

  1. Sind mehrere Personen gesetzliche Miterben, bilden sie eine Zwangsgemeinschaft, die auf sofortige Auseinandersetzung angelegt ist.
  2. Sind keine Kinder vorhanden, tritt der längerlebende Ehegatte in eine Erbengemeinschaft mit den Schwiegereltern bzw. mit den Schwägerinnen und Schwägern (Geschwister des Verstorbenen).
  3. Freunde und Bekannte sind von der Erbfolge ausgeschlossen.
  4. Nichteheliche Lebensgefährten gehen bei der gesetzlichen Erbfolge leer aus.
  5. Hat der Erblasser den Wunsch, dass bestimmte Nachlassgegenstände bestimmten Personen zufallen, so kann er dies nur in einem Testament regeln.
  6. Die gesetzliche Erbfolge sieht weder ein Nießbrauch für das Familienwohnheim, noch einen Versteigerungsschutz für den längerlebenden Ehegatten oder Lebensgefährten vor.
  7. Hat ein Kind vorab eine größere Schenkung erhalten, oder ist ein Kind „missraten“ oder besonders schutzbedürftig, so können entsprechende Regelungen nur in einem Testament getroffen werden.
  8. Das Gesetz sieht bei mehreren Erben keine Testamentsvollstreckung vor. Es kann aber vorteilhaft sein, eine Person zum Testamentsvollstrecker zu berufen, welche die Verteilung des Nachlasses in die Hand nimmt.
  9. Man kann nur in einem Testament gesetzliche Erben von der Erbfolge ausschließen und so die Bildung einer Erbengemeinschaft vermeiden, sie dennoch durch ein Vermächtnis am Nachlass beteiligen.
  10. Das Gesetz sieht keine verbindliche Regelung für eine angemessene Vergütung für pflegende Angehörige vor.

Der Autor Robert Badmann ist seit 1996 selbständiger Anwalt, Steuerberater und Testamentsvollstrecker. Die Qualifikation als Fachanwalt für Erbrecht hat er im Jahr 2006 erworben und hat das Wissen stetig durch besuchte Fortbildungen erweitert und vertieft.
Er steht unter der E-Mail-Adresse info@kanzlei-badmann.de für einzelne Verständnisfragen gerne zur Verfügung.