Schenken & Vererben | Dezember 2019

BadmannFragestellungen rund um den Erbfall
Teil 3 – Missbrauch durch den Bevollmächtigten

5. Fehlende Zustimmung zu Rechtsgeschäften

Setzt sich ein Miterbe aufgrund einer Vollmacht über die Mitwirkungspflicht der anderen Miterben hinweg, so stellt dies einen Missbrauch der Vollmacht dar. In der Regel wird dann einer der beeinträchtigten Miterben die erteilte Vollmacht des Erblassers widerrufen.

Gegenüber der Bank, dem Wertpapierverwalter oder sonstiger Vermögensverwahrer muss dann zwingend das Erbrecht durch eine geeignete Maßnahme (Erbschein/öffentliches Testament) nachgewiesen werden.

Es muss ferner ein schriftlicher Teilungsplan mit der Unterschrift sämtlicher Miterben vorgelegt werden, um dann noch eine Auszahlung der Kontostände vornehmen zu können.

6. Auskunft über getätigte Geschäfte und Rechnungslegung

Der Bevollmächtigte tut gut daran, wenn er vor Gebrauch der Vollmacht Ein-vernehmen mit den anderen Miterben herstellt und nach erfolgtem Rechtsge-schäft

7. Form der Rechnungslegung

Zu jeder Position von positiven oder negativen Nach-lasswerten gehört ein Rechnungsbeleg. Es muss für die anderen Miterben leicht nachvollziehbar sein, dass hier die Grenzen des erteilten Auf-trages/Umfang der Vollmacht eingehalten wurden.

Der Autor Robert Badmann ist Fachanwalt für Erbrecht und Steuerberater und steht unter der E-Mail-Adresse info@kanzlei-badmann.de für einzelne Verständnisfragen gerne zur Verfügung.