Schenken & Vererben | November 2019

BadmannFragestellungen rund um den Erbfall
Teil 2 - Nachlassverwaltung und Auflösung der Erbengemeinschaft

Mitwirkung der Miterben bei der Nachlassverwaltung und Erbauseinandersetzung

a) Notverwaltung

Jeder Miterbe ist befugt, Notverwaltungsmaßnahmen zur Abwehr von Gefahren alleine zu ergreifen. Diese Maßnahme verpflichtet dann die gesamte Erbengemeinschaft (z. B. Beauftragung eines Wasserinstallateurs bei einem Wasserrohrbruch).

b) Ordentliche laufende Verwaltung durch einfachen Mehrheitsbeschluss

Bei allen anderen laufenden Verwaltungsmaßnahmen kann die Erbengemeinschaft mit einem Mehrheitsbeschluss auch den Miterben verpflichten, der seine Mitwirkung verweigert (z. B. Vermietung eines Objektes). Wer seine Mitwirkung ohne Rechtfertigungsgrund verweigert, macht sich möglicherweise schadenersatzpflichtig.

c) Verfügungsgeschäfte (Verkauf von Nachlassvermögen)

Verfügungen (Verkauf von Grundstücken, Wertpapieren oder Nachlassgegenständen) dürfen nur vorgenommen werden, wenn alle Miterben einheitlich zugestimmt haben. Hier gibt es keine Mehrheitsbeschlüsse. Liegt eine abweichende Stimme vor, sieht das Gesetz für Grundstücke nur die Teilungsversteigerung und für andere Sachen den Weg des Pfandverkaufs durch den Gerichtsvollzieher vor. Eine Klage auf Mitwirkung bei der Beauftragung eines Maklers und beim Verkauf eines Grundstücks gibt es grundsätzlich nicht.

Der Autor Robert Badmann ist Fachanwalt für Erbrecht und Steuerberater und steht unter der E-Mail-Adresse info@kanzlei-badmann.de für einzelne Verständnisfragen gerne zur Verfügung.