Schenken & Vererben | Juni 2019

BadmannDas Laientestament als Quelle von Erbstreitigkeiten

Bei der Gestaltung des „Letzten Willens“ sind ein paar Formalien einzuhalten.
Laientestamente geben in der Regel keine Erbquoten an. Sie verteilen meist Grundstücke an bestimmte Abkömmlinge. Hieraus lassen sich drei sehr unterschiedliche Auslegungen herleiten.

1. Gleichbehandlung
Die drei Kinder sind Miterben zu je 1/3. Die Wertdifferenzen in den zugewiesenen Immobilien (Teilungsanordnung) sind auszugleichen.

2. Extreme Ungleichbehandlung
Die drei Kinder sind Miterben entsprechend dem Wert der ihnen zugewiesenen Immobilien. Sind die Immobilien 350.000,00 EUR, 400.000,00 EUR und 250.000,00 EUR wert, so erhält A) 35 % des Nachlasses, B) 40 % des Nachlasses und C) 25 % des Nachlasses. Sind im Nachlass noch Kapitalanlagen, werden auch diese nach diesen Quoten verteilt.

3. Teilweise Ungleichbehandlung
Es kann aber auch sein, dass die Immobilien als „Vorausvermächtnis“ ohne Wertausgleich den bedachten Kindern zufließen und dass der restliche Nachlass jeweils zu 1/3 geteilt wird.

Was der Erblasser will, muss in einem anwaltlich beratenen Testament deutlich mit Fachbegriffen herausgearbeitet werden. Überall wo Unklarheiten bleiben wird nach Eintritt der Erbfolge gestritten.

Der Autor Robert Badmann ist Fachanwalt für Erbrecht und Steuerberater und steht unter der E-Mail-Adresse info@kanzlei-badmann.de für einzelne Verständnisfragen gerne zur Verfügung.