Schenken & Vererben | Dezember 2018

BadmannTestamentsvollstreckung zur Vermeidung von Erbstreitigkeiten

Es gibt mehrere Sachverhalte, bei denen Testamentsvollstreckung die sinnvollste Gestaltung der Vermögensnachfolge ist.

Werden Kinder wegen der vollen Nutzung der Freibeträge nach dem Tod eines jeden Ehegatten zum Erben eingesetzt, dann muss der Längerlebende im Hinblick auf die Erfüllung des Wohnrechts oder Nießbraucheinräumung, sowie der Erfüllung von Kapitalvermächtnissen abgesichert werden.

Vermächtnislösung:

Der erste Schritt ist die notarielle „Vorsorgevollmacht“, die über den Tod hinaus wirkt und ausdrücklich auch die Erfüllung von testamentarisch angeordneten Vermächtnissen vorsieht.

Die Erben können aber die Vollmacht des erstverstorbenen Elternteils widerrufen. Damit der längerlebende Elternteil nicht auf Erfüllung der Vermächtnisse beim Landgericht klagen muss, empfehle ich als doppelten Boden den Längerlebenden zum Testamentsvollstrecker im Testament zu berufen. Der Aufgabenkreis umfasst ausschließlich die Erfüllung der Vermächtnisse zu seinen Gunsten.

Vorteil: Wird die Vollmacht nicht widerrufen und kann der Längerlebende die Vermächtnisse mit der Vollmacht erfüllen und er braucht kein Testamentsvollstreckerzeugnis. Im Ernstfall kann er aber mit dem Testamentsvollstreckerzeugnis sich die Vermächtnisse selbst erfüllen und die Eintragung des Wohnrechts bzw. des Nießbrauchs selbst beim Notar veranlassen.

Hinweis:

Weitere Themen zur positiven Wirkung der Testamentsvollstreckerklausel werden Anfang des Jahres 2019 veröffentlich.

Der Autor Robert Badmann ist Fachanwalt für Erbrecht und Steuerberater und steht unter der E-Mail-Adresse info@kanzlei-badmann.de für einzelne Verständnisfragen gerne zur Verfügung.