Vom Trambahnbergerl in die Alpen

TrambahnbergerlEben rauschte noch der Verkehr der Andechser Straße an uns vorbei und jetzt sitzen wir einige hundert Meter abseits auf der kleinen Anhöhe und fühlen uns wie auf einer kleinen Insel. Wir blinzeln in die Sonne, während sich in den Senken noch hartnäckig der Nebel hält. Solche Inseln der Ruhe empfehlen Burnout-Experten, Stressforscher und ganzheitlich denkende Ärzte betroffenen Patienten auch. Man soll sie suchen, finden und ganz dort ankommen. Wir haben sie im westlichen Teil von Söcking in der Nähe der Sandstraße quasi vor der Haustüre. Eine kleine Anhöhe auf der Endmoräne des Würmgletschers, das so genannte Trambahnbergerl.

Besonders im Herbst und Winter, wenn die Bäume kein Laub tragen, kann man hier über die Dächer des Starnberger Ortsteils hinweg in das Voralpenland, das Karwendelgebirge und bei guter Sicht bis in die österreichischen Alpen blicken. Bei Föhn ist die Wirkung noch um einiges dramatischer. Da ragt das Gebirge quasi hinter dem Starnberger See auf. Diese Eindrücke lassen uns innehalten und wir setzten uns gerne auf die Bank, zu der wir von der Südseite her über ein paar Stufen heraufgestiegen sind. Von der Straße ist fast nichts mehr zu hören. Alle Aufmerksamkeit richtet sich nach Süden.

Für viele alte Söckinger ist dieser Sandbichlberg ein Lieblingsplatz, den sie „Trambahnbergerl“ nennen. Gerne erzählen sie die Geschichte, dass hier Anfang des 20. Jahrhunderts eine Straßenbahn für Personen- und Güterverkehr vorgesehen war, die von Starnberg herauf kommend bis zum Ortsende von Söcking fahren sollte. Die Planungen waren schon komplett ausgearbeitet, dennoch scheiterten sie an Missgunst und den zu hohen Kosten. Auch erinnern sich die Söckinger noch mit großem Vergnügen an rasante Schlittenfahrten oder an die ehemalige Kiesgrube neben der Anhöhe, die bestens geeignet war für eine Fahrt mit selbst gebauten Booten oder alten Badewannen. Ein Aussichtsplatz mit Lokalgeschichte eben.