Wo schon die Maler saßen - die Moräne von Leutstetten

Dieser "Nausgschaut"-Ausflug beginnt mit einem "Neigschaut": Neigschaut in das "Museum Starnberger See", wo im Bildersaal seit Dezember 2008 dank der großzügigen Spende einer Starnberger Familie das Ölgemälde mit dem Titel "Blick von Leutstetten auf den Starnberger See" die Ausstellung bereichert. Es stammt vom deutschen Landschaftsmaler Josef Schoyerer (1844 bis 1923). Dieser hatte sich für seine Staffelei einen Platz ausgesucht, der auch heute noch einen Panoramablick erster Klasse bietet: den Moränenrücken oberhalb der Schlossgaststätte Leutstetten. Hier stehen wir nun in der Frühlingssonne und haben - wie zu jeder Jahreszeit - einen weiten Blick über das Leutstettener Moor auf den Starnberger See. Wir können gut verstehen, dass auch schon andere Maler diese Anhöhe schätzten, darunter Georg Wilhelm Issel, Ludwig Gebhardt, Heinrich Adam oder Josef Wagenbauer. Der Blick ist beeindruckend: Bei klarem Wetter, vor allem bei Föhn, erheben sich das Wetterstein- und Karwendelmassiv am Horizont. Ganz allein ist man hier selten, zu beliebt ist dieser schöne Aussichtspunkt.

Moraene Leutstetten thumbDeutlich erkennt man an der Landschaft den Einfluss der letzten Eiszeit vor circa 20000 Jahren, als das Eis auf der Höhe des heutigen Starnberg eine Mächtigkeit von nahezu 200 Metern hatte. Als es nach mehreren tausend Jahren abgeschmolzen war, füllte sich das vom Gletscher ausgetiefte Becken mit Schmelzwasser: Die Geburt des Starnberger Sees. Einst reichte das Seewasser bis zu den Endmoränen der Würmeiszeit am Nordrand des Moores: Unser Aussichtsberg wurde von diesen Gletschern geschaffen, nach dem Ende der Eiszeit reichte der See bis an seinen Fuß. Das heutige Moor entstand erst später durch Verlandung. Seit 1985 steht es unter Naturschutz. Die Würm erweitert sich auf dem Weg durch das Moor mehrfach zu kleinen Seen, bis sie in das enge Durchbruchstal bei Mühlthal einschwenkt. Foto Museum Starnberger See