Der Johannishügel bei Tutzing

Johannishuegel TutzingWolkenfetzen jagen über den Himmel, gleißendes Licht wechselt mit verblassenden Farben. Ein kräftiger Wind zieht an den Haaren. Nichts kann uns aufhalten. Wir müssen einmal wieder auf den Johannishügel, um über den See zu blicken. Vielleicht gerade jetzt an diesem stürmischen Tag. Auf dem kleinen Trampelpfad, der südlich von Tutzing vom Parkplatz aus auf die Anhöhe führt, kommen uns Spaziergänger mit einem Lächeln entgegen: „Ihr müsst schnell sein, es ist so schön da oben und bald gibt es wieder einen Regenschauer...“. Unter den alten knorrigen Bäumen stehend blicken wir über den Karpfenwinkel und Höhenried direkt auf die Benediktenwand. Ein paar Meter weiter haben wir freie Sicht auf den See. Der Wind peitscht das Wasser auf und zaubert bizarre graue Muster auf seine Oberfläche. Dann lugt auch schon wieder die Sonne hervor.

Ein älteres Paar mit Hund grüßt uns. Eine Familie mit Kindern ist ebenfalls unterwegs und alle wirken hier oben gelassen. Kaum einer nimmt den Weg, der unterhalb des Hügels verläuft. Ob dieser Hügel ein Drumlin ist oder ein Stück einer eiszeitlichen Seitenmoräne, ist nicht geklärt. Wir profitieren jedenfalls von der steil abfallenden Ostflanke, die uns einen herrlichen Ausblick auf den Regenbogen ermöglicht, der in diesem Moment die Seeburg und Allmannshausen auf der anderen Uferseite in ein schillerndes Farbenmeer taucht.

„Das ist mein Lieblingsplatz“ – die Dame auf der Bank am Gebüsch lacht. „Ich komme extra immer aus München hierher, weil es hier wie im Paradies ist….“. Die nette Frau hat Recht.