Künstlerisches Lebenswerk von Sinda Dimroth

Künstlerisches Lebenswerk von Sinda Dimroth –
Gründungsmitglied des Kunstkreises Gräfelfing

Ausstellung im Alten Rathaus Gräfelfing vom 10. Juni bis 4. Juli 2021

Der Kunstkreis Gräfelfing gibt anlässlich seines 40-jährigen Bestehens Einblick in das künstlerische Lebenswerk des Gründungsmitglieds Sinda Dimroth. Damit soll auch das langjährige Engagement der Künstlerin im Verein gewürdigt werden. Schon bald nach ihrem Umzug nach Gräfelfing gründete Sinda Dimroth 1980 gemeinsam mit Wolfgang Pollner und Dieter Sommer den Kunstkreis, der noch bis 1995 der Gräfelfinger Literarischen Gesellschaft angeschlossen war. Es war eine turbulente Zeit mit vielen politischen Aktivitäten, die im Künstlerischen sichtbar wurden.

Schon 1981 sorgte Dimroths Aktion „Das Rathaus wird zum Instrument“ mit Teilen einer überdimensionalen Violine, deren Saiten sich über das Dach des Gräfelfinger Rathauses spannten, für Aufsehen vor Ort. Spielte hier die politische Anspielung eine gewisse Rolle, so nimmt die Auseinandersetzung um die Sichtbarmachung von Musik und Klang im bildnerischen Werk der Künstlerin insgesamt einen breiten Raum bis in die 2000er Jahre ein.

In der Anfangsphase nutzte die Künstlerin in Happenings zertrümmerte Instrumente, um sie auf Holz zu leimen und zu bemalen. Aufhorchen lässt auch, wenn sie von klassischer Musik inspirierte gestische Farbrhythmen auf mit Leinwand kaschierte Instrumententeile setzt. Mit ihrer kompositorisch raffinierten Einbindung von fragmentarischen Instrumenten oder Partituren als Collagen in Gemälde oder als eigenständige Skulpturen erzeugt Sinda Dimroth imaginäre Klangkörper, mit denen der Besucher in Resonanz gehen kann.

Neben den Klangtransformationen widmet sich die Künstlerin Ende der 90er Jahre dem Thema der neuen Medien und bringt vom Computer erzeugte Bilder zumeist als Triptychen mit der Malerei in Einklang. Eine besondere Stellung im Werk Sinda Dimroths nehmen die Skulpturen aus Acrylglas aus den Jahren 1970 bis 2000 ein. Diese dynamisch-abstrakten Formationen sind vorwiegend Modelle für Kunst am Bau-Großarbeiten. Die Entwicklung bis zu deren Umsetzung verdeutlichen die Entwurfsskizzen mit Lithografie-Kreide.

Ab 1999 wendet sich Sinda Dimroth 20 Jahre lang der Landschaftsmalerei zu. Dabei lässt sie sich vor allem von Wetterphänomenen inspirieren, die sie in kleinen Farbskizzen festhält und anschließend gestisch auf großformatige Leinwand überträgt. In ihrer jüngsten Werkgruppe, dem Coronatagebuch, hält sie in kleinformatigen „Kopfbildern“ situativ Eindrücke während des Lockdowns fest.

Ausstellung: 10. Juni bis 4. Juli 2021, Do. bis So. jeweils von 16.00 bis 19.00 Uhr. Altes Rathaus in Gräfelfing, Bahnhofstr. 6.

Rahmenprogramm: 18. Juni 2021, 18.00 Uhr Lesung aus dem Buch: Sinda Dimroth „Die Kunst ist das Einzige was bleibt: Biografischer Roman“ 2020, in Kooperation mit der Literarischen Gesellschaft Gräfelfing. Anmeldung bitte unter: info@literarische.de Info: www.kunstkreis-graefelfing.de