Der Königssalon in Starnberg

Holzdecke im Wartesaal
Holzdecke im Wartesaal

Kultur im Bahnhof - das kennt man aus Possenhofen, wo der einstige Wartesaal der königlichen und kaiserlichen Herrschaften zum Mittelpunkt des Kaiserin-Elisabeth-Museums wurde. Ein vergleichbarer Schatz wird nun in Starnberg gehoben. Der dortige Wartesaal für „allerhöchste Herrschaften“ wurde vor mehr als 150 Jahren für den bayerischen König Maximilian II. gebaut. Später als Cafè genutzt, verfiel der kunstvoll getäfelte Raum mit seiner an die englische Gotik erinnernden Holzdecke schließlich in den Dornröschenschlaf.

Welch Kleinod sich hinter den bislang meist schmutzigen Scheiben verbarg, zeigt schon der Name des Bahnhofs-Architekten. Friedrich Bürklein, ein Schüler Friedrich von Gärtners, war einer der bevorzugten Architekten König Maximilians. Auf ihn geht der gotisch beeinflusste Stil der Münchner Maximilianstraße zurück, eines von Bürkleins größten Projekten. Mit dem königlichen Wartesaal in Starnberg war Maximilian II. so zufrieden, dass er ihn als „Muster für die Wartezimmer des Königlichen Hauses in anderen bayerischen Bahnhöfen“ bezeichnete.

Der Geist König Ludwigs ...

Königssalon Türklinke
Das geschwungene und gekrönte
„M“ auf der Türklinke verweist auf König Maximilian II., den ersten Nutzer des Königssalons.

Genutzt wurde der Salon von der königlichen Familie während ihrer Fahrten nach Schloss Berg, zu dem man nach Fertigstellung der Bahnverbindung gerne mit dem Zug nach Starnberg und weiter über den See mit dem königlichen Dampfer Maximilian fuhr. Betreten wurde der Salon damals durch ein Vorzimmer. Zudem konnten sich König Maximilian und Königin Marie in kleine private Kabinette zurückziehen, während etwa die Prinzen Ludwig und Otto im Salon selbst die Bereitstellung des Zugs oder des Dampfers erwarteten. Sie blickten von dort übrigens direkt auf den See, denn die Gleise verliefen damals noch auf der dem Ort zugewandten Seite. Auch als König hat Ludwig II. den Wartesaal genutzt, der nach ihm auch „König-Ludwig-Salon“ genannt wird.

„Es ist uns eine große Freude, diesen einzigartigen Kunstraum am See, durch den noch der Geist König Ludwigs II. weht, in seinem 125. Todesjahr für die Kunst und Kultur öffnen zu können,“ stellt Elisabeth Carr, Künstlerische Leiterin der neuen Veranstaltungsreihe im Königssalon, den Zusammenhang zwischen diesen beiden Ereignissen her. Weitere Informationen unter www.kunstraeume-am-see.de - Kartenvorverkauf Schlossberghalle, Telefon 08151-772136.