Sonderausstellung im Kaiserin Elisabeth Museum

140. Wiederkehr der Silberhochzeit des österreichischen Kaiserpaares

Sonderausstellung im Kaiserin Elisabeth Museum

Kaiserin Elisabeth 1879
Carte-de-Visite der Kaiserin Elisabeth 1879
von Georg Raab

25. Ehejubiläum zu feiern, ist für jedes Paar ein besonderes Ereignis, schließlich hat es bis dahin schon jede Menge guter und schlechter Tage gegeben, die man erst einmal gemeinsam meistern muss. Ein amtierendes Kaiserpaar wird natürlich außer im Familienkreis vor allem durch sein Volk gefeiert. Es war ein ebenso prachtvolles wie sinnhaltiges Fest, das die Haupt- und Residenzstadt Wien im April 1879 ihrem Kaiser Franz Joseph und seiner Gattin Kaiserin Elisabeth zu diesem Anlass bereiteten.

Auch das Kaiserin Elisabeth Museum in Possenhofen begeht dieses freudige Jubiläum und hat dazu eine sehr besondere Präsentation zusammengestellt. Herzstück ist ein Paravent, den eine österreichische Familie aus Niederpöcking dem Museum bis März 2020 als Leihgabe zur Verfügung gestellt hat. Dieser auch als „spanische Wand“ bekannte Wandschirm aus den 1920/1930er Jahren stand bis vor Kurzem im Empfang des Feldafinger Hotels Kaiserin Elisabeth, stammt indes aus einem österreichischen Hotel in Österreich. Darauf sind 40 Szenen als Farbreproduktionen des festlichen Huldigungszuges abgebildet, den die Stadt Wien als Teil der einwöchigen Feierlichkeiten dem Kaiserpaar schenkte.

Der Huldigungszug nach Entwürfen von Hans Makart

Huldigungszug
Hans Makart: Wiener Schützen

Bei herrlichstem Wetter nahmen 10.000 Teilnehmer an dem Festzug teil, zehntausende Schaulustige säumten die festlich geschmückte Praterstraße und die damals neu angelegte Wiener Ringstraße, allein 1500 Sänger waren beteiligt. Besonderen Beifall fanden jene vierzig Gruppen mit weit über 2000 Teilnehmern, die den vom Maler Hans Makart gestalteten, historisierenden Kostümzug in Renaissancetracht bildeten. Makart war damals ein gefeierter Maler und Dekorationskünstler und hatte sich für seine Entwürfe die Illustrationen Albrecht Dürers für einen Festzug zu Ehren des Kaisers Maximilian I. zum Vorbild gegeben.

Umfassende Dokumentation zur kaiserlichen Silberhochzeit

In einer begleitenden Diashow, die das Kaiserin Elisabeth Museum ab 1. Mai zeigt, sind nicht nur Szenen des Huldigungszuges zu sehen, sondern auch weitere in diesem Kontext bedeutsame Ereignisse inklusive einer Rückblende auf die Hochzeit von 1854. So wird an die offizielle Schlusssteinlegung in Gegenwart des Kaiserpaares zur Wiener Votivkirche erinnert, die als Dank für den glücklichen Ausgang des Attentats von 1853 auf den damals noch jungen Kaiser Franz Joseph erbaut wurde. Aus Anlass der Silberhochzeit ließ sich Kaiserin Elisabeth von dem geschätzten, österreichischen Portraitmaler Georg Raab ein letztes Mal mit dem berühmten Rubinschmuck porträtieren. Alle später entstandenen Porträts von ihr sind Abwandlungen davon oder gar erst nach ihrem Tod entstanden.

Öffnungszeiten: bis 20. Oktober, jeden Freitag, Samstag, Sonntag und Feiertage 12:00 bis 18:00 Uhr. Gruppentermine ganzjährig nach Voranmeldung
Info: www.kaiserin-elisabeth-museum-ev.de

Fotos: © Rosemarie Mann-Stein