Ein Haus für Kreative

Das neue Gewerkhaus Dießen

Ein Haus fuer Kreative In das ehemalige Dießener Künstlerhaus K 7, das auch als Jazztreffpunkt bekannt war, ist neues Leben eingezogen: Sattlermeister Michael Ruoff hat 2008 mit dem Architekten Stein Vaaler und der Malerin Edith Lebling ein Konzept für ein (Kunst)-Handwerkerhaus entwickelt, um mit der Ansiedelung neuer Betriebe die lange Handwerks- und Künstlertradition der Ammerseegemeinde fortzusetzen. Ein Jahr dauerte die Renovierung, die mit viel Eigenarbeit und –initiative durchgeführt wurde. Das Ergebnis überzeugt: Helligkeit und freundliche Holzböden begrüßen die Besucher, Fenster und Türen strahlen in erneuertem Zustand ebenso wie die sanitären Anlagen. Neun Existenzgründer, die kein alltägliches Gewerbe ausüben, haben in den Räumen ihr Zuhause gefunden.

(Kunst-)handwerker unter einem Dach

Als Hauptmieter des einstigen Armeekrankenhauses fungiert Michael Ruoff, der in seiner Sattlerei neben Reitzubehör und Voltigiergurten vor allem Taschen und Gürtel herstellt. Ilka Weidmann hat ihr Büro für Landschafts- und Gartenbau im Gewerkhaus eingerichtet. Auch ein Messerschmied ist zu finden. Alfons Bolley fertigt Klingen der besonderen Art - Damastklingen. Die gleiche Sorgfalt widmet er der Gestaltung der ebenfalls handgearbeiteten Messergriffe. Bildhauer Johannes Rössle aus Peiting setzt den Schwerpunkt seiner plastischen Darstellungen auf den Menschen, oftmals auf seine geometrischen Grundformen reduziert. Für Kunden führt er auch künstlerische Gestaltungen von Grabdenkmälern aus. Silberschmiedin Ursula Leitner nutzt für die Gestaltung ihrer Gegenstände Techniken aus dem traditionellen Silberschmiedehandwerk, knetet aber auch mit den Händen vollkommen freie Wachsmodelle und gießt sie anschließend in Silber oder Bronze. Aus dem mythologischen und psychologischen Bilderkanon stammen die Bilder mit Leuchtkraft, die die Dießener Malerin Edith Lebling in ihrem hellen Atelier im Obergeschoss anfertigt. Unikate entstehen auch unter den Händen der Künstlerin Johanna R. Rech. Ihre Mosaike wachsen Stein für Stein in mühsamer Kleinarbeit mit Hammer und Amboss. Texte mit seinen Bildern erleuchten will der Illustrator Dirk Eckert aus Herrsching. Die schlichte Form liegt der Keramikerin Birgit Durlesser aus Windach am Herzen. Zehn Jahre lebte sie in Japan. Jetzt verschmelzen in ihren Arbeiten die fernöstliche Ästhetik und der westliche Sinn für das Praktische. Die Werkstätten stehen dem Publikum zu den üblichen Geschäftszeiten offen. Weitere Informationen unter www.gewerkhaus.de oder unter der Telefonnummer: 08807 / 214119.