Freiluftbibliothek im Seewinkel findet regen Anklang

Nachfrage nach Lesestoff

Was aus einer spontanen Idee letzten Sommer entstand, wird ab Mai diesen Jahres weitergeführt: Die offen zugängliche Freiluftbibliothek beim Kiosk im Herrschinger Seewinkel. Initiiert von Michael Dehnert und organisiert von Angelika Knülle war das Bücherregal ein voller Erfolg. Bücher oder Spiele konnten ohne bürokratischen Aufwand entnommen, getauscht oder zurückgebracht werden.

Lesestoff Kinder, Jugendliche und Erwachsene können sich auch heuer über dieses ungewöhnliche Angebot freuen. Zum Saisonbeginn wird die Gemeindebücherei Taschenbücher zur Verfügung stellen, hatte sie doch letztes Jahr gespendete gebundene Bücher erhalten. Die Idee der offenen Bibliotheken, Bücherkästen oder Bücherschränke stammt aus den USA, wo die beiden Künstler Michael Clegg und Martin Guttmann „Bücher als Wissens- und Kommunikationsträger“ zum Thema ihrer Arbeit erkoren. Als erstes installierten sie 1991 in Graz einfache Bücherschränke mit der Bitte, ein Buch auszuborgen, es nach einiger Zeit wieder zurückzustellen und die Auswahl durch eventuelle Bücherspenden zu erweitern. Dies war als Kunstwerk gedacht und geschah bevorzugt an schwer zugänglichen Orten, um diese Räume für neues Leben zu erschließen. Bald folgten weitere offene Bibliotheken in anderen Städten wie Bonn, Frankfurt, Berlin und Hannover. Mittlerweile hat sich die Idee verselbstständigt. Bücherschränke finden sich in Bayern derzeit vor allem in fränkischen Städten. Umso begeisterter darf man sein, dass das Buch-Kreislauf-System jetzt am Ammersee weitergeführt wird und man sich auch in diesem Sommer für ruhige Stunden am See ganz unkompliziert passenden Lesestoff entleihen kann.