SCHMIDT-ROTTLUFF –Ausstellung im Buchheim Museum

FORM, FARBE, AUSDRUCK!

2018 10 Schmidt Rottluff Drei Frauen am Meer
Karl Schmidt-Rottluff, Drei Frauen am Meer, 1919, Öl auf Leinwand, Buchheim Museum der Phantasie

Dass die famose Sammlung Gerlinger auf mindestens 10 Jahre den Bestand der Sammlung Buchheim ergänzt, hat sich ja bereits in vergangenen Ausstellungen als höchst bereichernd erwiesen. Weil der Sammler und Mäzen Hermann Gerlinger nicht nur aus künstlerischen Erwägungen, sondern auch wegen seiner engen, persönlichen Beziehung zu Karl Schmidt-Rottluff über zahlreiche Werke aus dessen Oeuvre verfügt, kann nun eine repräsentative Werkschau über die gesamte Schaffenszeitraum des Künstlers von 1899 bis 1970 mit herausragenden Werken belegt werden. Neben einer umfangreichen Auswahl an Ölgemälden werden auch Arbeiten auf Papier sowie Schmuck und Skulpturen des farb- und formgewaltigen Künstlers zu sehen sein.

Schmidt-Rottluff, eigentlich als Karl Schmidt 1884 in Rottluff geboren, gehört zu den Gründungsmitgliedern der Künstlervereinigung „Die Brücke“. Mit Erich Heckel war er seit Gymnasialzeiten in Chemnitz verbunden, beide begannen ein Architekturstudium in Dresden. Hier lernten sie Ernst Ludwig Kirchner und Fritz Bleyl kennen, gemeinsam gründeten sie 1905 die Künstlergemeinschaft „Brücke“. Schmidt-Rottluff gab im Jahr darauf sein Architekturstudium zugunsten einer Karriere als Maler einer völlig neuen Herangehensweise an Komposition, Farbgebung und Darstellung auf, die mit der akademischen Malerei vollständig brach. „Unmittelbar und unverfälscht“ sollte sie sein, diese neue Kunst, die viel später als Expressionismus Furore machte. Nach jahrelangen Malstudien in Dresden und an der Nordsee ging Schmidt-Rothluff 1911 nach Berlin, hier konnte er seinen künstlerischen Einflusskreis deutlich erweitern, Anregungen aus Kubismus und Futurismus sind Früchte dieser Phase.

Noch vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges trennte sich die Künstlergemeinschaft, die Kriegsjahre waren auch für ihn eine dramatische Zäsur. In dieser Zeit entstand ein Zyklus religiöser Holzschnitte, bald nach Ende des Krieges heiratete Schmidt-Rottluff Emy Frisch. In den folgenden 20 Jahren malte er Sommers an der Ostsee, wo leuchtende Landschaftsbilder entstanden. Wie so viel seiner Kollegen erhielt er 1936 als „entarteter“ Künstler Ausstellungs- und später auch Malverbot. 1947 wurde Schmidt-Rottluff mit seiner Berufung als Professor an die Hochschule für Bildende Künste in Berlin auch als Künstler rehabilitiert. Karl und Emy Schmidt-Rottluff starben im Abstand weniger Monate 1975 und 1976 nach 56jähriger Ehe.

Ausstellung FORM, FARBE, AUSDRUCK vom 29.9.2018 bis 3.2.2019

Info: www.buchheimmuseum.de

Bildunterschrift
Karl Schmidt-Rottluff, Drei Frauen am Meer, 1919, Öl auf Leinwand, Buchheim Museum der Phantasie © VG Bild Kunst, Bonn 2017