Spannende Perspektiven im Buchheim Museum

Spannende Perspektiven im Buchheim Museum

Neue Präsentationen, Projekte und Kooperationspartner – das beliebte Bernrieder Museum beschreitet außergewöhnliche Wege:

Künstliche Intelligenz und Kunst

Tech-Talk! Was der Computer sieht, dem menschlichen Auge aber verborgen bleibt: Kann Künstliche Intelligenz (KI oder AI) Merkmale finden, die den Stil eines Malers charakterisieren und damit Fälschungen von echten Werken unterscheiden? Wolfgang Reuter von der appliedAI Initiative der UnternehmerTUM, dem Zentrum für Innovation und Gründung an der TU München, spricht bei zwei Vorträgen (2.und 7.7.) genau über dieses spannende Thema. Reuter hat sich gefragt, was den speziellen Fingerabdruck eines Malers ausmacht und herausgefunden, dass Künstliche Intelligenz Fälschungen mit einer Genauigkeit von 97 Prozent erkennen kann (erprobt an vom LKA zur Verfügung gestellten gefälschten Bildern). In der von der für das Buchheim Museum entwickelten Schau können die Besucher sich an einer Station mit dem Computer in der Künstlererkennung messen, an einer weiteren eigene Handyfotos in Bilder im Stile berühmter Künstler verwandeln und so für sich die Frage beantworten, ob ein Computer kreativ sein kann. (6.4.-7.7.)

Janosch und seine glücklichen Kinder

Wenig bekannt ist, dass der beliebte Kinderbuchautor und Illustrator Janosch ca. 300 Bücher, darunter 35 für Erwachsene, geschrieben und bis zum knurrigen Wondrak im ZEIT-Magazin über 5000 Figuren gezeichnet hat. Gemeinsam mit der Filmproduzentin und Kuratorin Irina Probost wird die familienfreundliche Sommerausstellung das Lebenswerk des Schöpfers von Papa Löwe, Schnuddel, Tiger und Bär erlebbar machen und zeigen, wie angefangen beim Drehbuch über Hunderte von (von Hintergrundmalern gestaltete) Aquarelle bis zum fertigen Trickfilm die Tigerente laufen lernt. Im Begleitprogramm können Kinder selbst Filme machen oder im Labyrinth ihr eigenes Panama suchen. (13.7.-3.11.)

Wunderwelt Bernried

Wenig verbindet derzeit das Buchheim Museum mit der Gemeinde Bernried. In einer Projektstudie des Lehrstuhls für Landschaftsarchitektur der TUM wurden Wegebeziehungen, Blickachsen und mögliche Verbesserungsmaßnahmen untersucht. Ein einzigartiges Kunst-Infrastrukturprojekt soll in den nächsten zwei Jahren mit (bewilligten) EU-Geldern und einem internationalen Künstlerwettbewerb Museum und Dorf als Einheit zusammenwachsen lassen. Wegbegleitende interaktive Kunstobjekte sollen das Wegenetz vom Schiff oder vom Bahnhof durchs Dorf zum Museum so attraktiv machen, dass die Besucher künftig nicht nur mit dem Auto den Parkplatz ansteuern, sondern die entdeckungswürdige Landschaft als Teil des Ausflugsziels begreifen.

Alexej Jawlenski: Kopf in Blau
Alexej Jawlensky: Kopf in Blau,
1912, Öl auf Karton
© Buchheim Museum

Expressionismus-Neuigkeiten

Dank der Zusammenkunft der Sammlung Hermann Gerlinger mit den Beständen des Buchheim Museums präsentiert die neue Bestandsausstellung im Expressionistensaal die Werke aller „Brücke“-Künstler. Auf der Galerie sind mit Alexej von Jawlenski, Max Beckmann und Max Kaus andere bedeutende Persönlichkeiten des Expressionismus vertreten, die eng mit der „Brücke“ verbunden waren. Neu hinzu kommen ca. 70 Gemälde und Papierarbeiten des „Shorthand Painting“-Künstlers Holmead (189-1975), der seinen Stil als „kruden Expressionismus“ bezeichnete (18.5.19-26.1.20).

Sonderausstellungen

Die Herbst-Schau ist Paula-Modersohn-Becker gewidmet, die seinerzeit als erste nach Paris fuhr und Pionierfunktion für die Moderne in Deutschland hatte. Zurzeit ist der große Sonderausstellungssaal erstmals für einen Künstler geöffnet, der in keinem Bezug zur Sammlung steht: „Erwin Pfrang: Gedacht durch meine Augen“ (16.3. – 23.6.).

Info: www.buchheimmuseum.de