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Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

ein bunter Herbststrauß verschiedenster Veranstaltungen erwartet Sie im Oktober.

Das Doppeljubiläum von 25 Mal Tutzinger Brahmstage und 125. Todestag des Komponisten Johannes Brahms lädt zu gesonderter Aufmerksamkeit ein (9. bis 30.10.). In der Pfarrkirche St. Joseph werden die vier großen Sinfonien von Brahms zusammen mit jeweils einer Sinfonie von Antonin Dvorak aufgeführt. Die beiden Künstler verband eine enge Freundschaft, von der auch ihr umfangreicher Briefwechsel zeugt. Es spielen die Münchner Symphoniker unter der mexikanischen Dirigentin Alondra de la Parra.

Nochmals Tutzing, diesmal das Auftaktkonzert der Musikfreunde Tutzing mit den Dresdner Kapellsolisten (2.10., Evangelischen Akademie). Das Ensemble pflegt vorwiegend das barocke, klassische und romantische Musikerbe und besteht aus Mitgliedern der Sächsischen Staatskapelle. Auf dem Programm stehen folgerichtig Werke von Corelli, Telemann und, Bach.

Im Andechser Florianstadl steht mit der „Winterreise“ von Franz Schubert ein Liederabend auf dem Programm, der schon deswegen besonders ist, weil die Interpreten dieses Liederzyklus sich einem harten Vergleich ihrer Interpretationskunst ausgesetzt sehen (15.10.). In diesem Fall ist der Maßstab eher strenger, weil es Interpretinnen sind, die diese Lieder eines schwermütigen, von der Liebe und vom Leben enttäuschten jungen Mannes zur Aufführung bringen. Jessica Meffert (Mezzosopran), Christina Troue (Sopran) und Mane Davtyan (Klavier) trauen sich die anspruchsvolle Aufgabe zu Recht zu.

Herbstzeit ist Theaterzeit für die Laienbühnen. Die Bauernbühne Wörthsee hat das Lustspiel "Bleib cool, Mama" von Ulla Kling einstudiert (29./30.10.; Augustiner am Wörthsee). Es geht um die Rebellion eines jungen Mannes gegen seine etablierten Eltern, die schlussendlich ziemlich soft endet. Die Kolpingbühne Starnberg bringt die Komödie „Und alles auf Krankenschein“ von Ray Cooney auf die Bühne. Auch hier ist ein Teenager die Hauptperson. Der macht auf der Suche nach seinem Erzeuger ein Krankenhaus zum Tollhaus (28./29./30.10.; 4./5./6./11./12./13.11. Kath. Pfarrzentrum St. Maria).

Eine ganz besondere Aufführung präsentiert das Theaterforum im Gautinger bosco. Der österreichische Regisseur, Puppenspieler und Kunstpfeifer Nikolaus Habjan zeigt ein Puppenspiel, das es in sich hat (19./20.10.). Es heißt „F. Zawrel – erbbiologisch und sozial minderwertig“. Zawrel wurde während der NS-Diktatur als „sozial minderwertig“ eingestuft und von einem Arzt sadistischen Experimenten ausgesetzt. Jahre später traf Zawrel erneut auf seinen einstigen Peiniger. Wie Habjan diese furchtbare Biographie von den Puppen erzählen lässt, ist große Kunst.

Ein Schwergewicht in der Sparte Kabarett ist zu Gast auf Monis Brettl im Oberen Wirt Gilching. Luise Kinseher erforscht in ihrem neuen Programm die Weiten der menschlichen Seele (13./14.10.). In der Seeresidenz Seeshaupt ist ebenfalls ein Urgestein zu erleben: Das Multitalent Josef Brustmann präsentiert mit seinen Musikerfreunden “Brustmanns Lust” (27.10.).

Schließlich sei Ihnen noch das Benefizmusikfestival „Ammersee Unplugged“ des Rotary Club Ammersee-Römerstraße ans Herz gelegt. Musiker mit Jazz- & Pop-Programm stehen im Groundlift Studio Alte Brauerei Stegen auf der Bühne (9.10.). Mit von der Partie sind MisterAct, das Trio Nautico, Susanne Kirchland mit Band sowie traditionsgemäß die Rotarierin Maggie Jane. Die Einnahmen spenden die Veranstalter gemeinnützigen Projekten.

Last not Least sei noch auf die 8. Gilchinger Kunst- und Kulturwoche (14. bis 23.10.) mit diversen Ausstellungen, Kindertheater, mit Goaßlschnoizer- und Schuhplattler-Kurs, offenem Singen mit dem Männerchor Gilching, Musik, Theater, Lesungen u.v.m. hingewiesen.

Es ist für jeden Geschmack etwas dabei, um die länger werdenden Abende genussvoll zu füllen.

Ihr Team von FünfSeenLand aktuell