Ausprobiert: Fenster ins Weltall - Die Volkssternwarte in Berg

Der Große Wagen leuchtet im Norden, im Westen senkt sich das Wintersternbild Orion mit seinem Schwert zum Horizont. Eine herrlich klare Nacht. Ideal für einen Besuch der Christian-Jutz Volkssternwarte in Aufkirchen. Die Anhöhe an der Lindenallee ist wegen des geringen Streulichtes ein idealer Platz für die Beobachtung lichtschwacher Objekte. Dank einer Initiative von Professor Christian Jutz steht seit 1992 diese kleine Sternwarte auf einem Grundstück der Gemeinde Berg, mit einer Dreimeter-Kuppel mit 12-Zoll-Spiegelteleskop sowie drei Rolldachhütten, in denen sich ein Refraktor und weitere Spiegelteleskope befinden.

Staunend steht man unter dem funkelnden Sternenhimmel und sucht Orientierung an bekannten Sternbildern. Im Süden scharen sich die Frühlingsbilder um den mächtigen Löwen, im Osten leuchtet hell der Saturn. Stefan Schmid richtet das Teleskop aus und erklärt, wie diese Geräte das Sternenlicht sammeln und bündeln, sodass alles vergrößert erkannt werden kann: faszinierend, wie der Orionnebel Gestalt annimmt und die Ringe des Saturn sichtbar werden.

Jetzt ist man mittendrin im Geschehen und man will es wissen: Was genau ist ein Sternennebel? Woher weiß man, wie alt ein Stern ist? Wie misst man so ungeheure Entfernungen? Wie lange braucht das Licht? Fragen über Fragen, die Stefan Schmid geduldig und verständlich erläutert und dabei das Teleskop immer neu ausrichtet. Dabei helfen ihm die „M-Nummern“ aus dem Katalog des französischen Astronomen Charles Messier. Dieser nahm im 18. Jahrhundert eine Kategorisierung von Galaxien, Sternhaufen und Nebeln vor. Als M 57 sehen wir im Teleskop einen Ringnebel, als M 1 einen explodierten Stern, dessen Überreste als milchiger Fleck zu erkennen sind. Den Doppelsternhaufen H und Chi Persei kann man dagegen fast mit bloßem Auge ausmachen.

Schnell wird man von den ehrenamtlichen Mitgliedern hineingezogen in deren ungeheuren Wissensreichtum und versteht dann besser, warum es rötliche und hellere Sterne gibt, warum ein Stern explodiert, was interstellare Staubwolken sind und wie Sterne „geboren“ werden. Die Dimensionen von Zeit und Raum sind überwältigend: Millionen Jahre oder viele Millionen Lichtjahre sind kaum vorstellbar. So steht man und schweigt. Hört zu, staunt und weiß: Dies war nicht der letzte Besuch.

Öffentliche Beobachtungsabende finden bei klarem Himmel jeden Dienstag und Freitag von 21 bis 23 Uhr statt. Info unter www.volkssternwarte-berg.de oder Telefon 0176/99028684. Zur Zeit werden Spenden für die Montierung des neuen Teleskops gesammelt.