Vogel des Jahres: Bekassine

Meist bewegen sich Bekassinen geduckt, aber während der Balzzeit von Februar bis Mai konnte man sie als wahre Kunstflieger erleben. Sie steigen dann im Zickzack bis auf 50 Meter Höhe, kippen jäh zur Seite und spreizen ihre Schwanzfedern zum Fächer. Durch den hindurchstreifenden Wind entsteht ein Geräusch und lässt sie „wummern“. Der Moorvogel, wie Bekassinen auch genannt werden, ist selten. Er ist vom Aussterben bedroht, in ganz Bayern gibt es nur zwischen 600 und 900 Brutpaare.

Das Fünfseenland meint es gut mit der Bekassine: Viele Moorflächen bieten einen idealen Lebensraum. Rund 30 Brutpaare zählten die Vogelkundler im Mittel der vergangenen Jahre im Ampermoos und am Ammersee-Südufer. Auch im kleinen Schluifelder Moos leben einige Paare und im Moor nördlich von Herrsching, nachdem dort intensive Pflegemaßnahmen der Streuwiesen durchgeführt wurden.

Lebensraum für den Moorvogel

Vogel des Jahres Wie der Gebietsbetreuer Ammersee, Christian Niederbichler, berichtet, brauchen Bekassinen „wassergesättigte Moore, weil sie im nassen und daher weichen Moorboden nach Nahrung stochern. Dazu kleinflächige offene Bodenstellen, also Lücken in der Vegetation, wie sie im Bereich sogenannter Schlenken (kleine Moortümpel) vorhanden sind“. Mit ihrem sieben Zentimeter großen biegsamen Schnabel tasten und bohren sie dort nach Kleintieren. Damit sind sie optimal an ihren Lebensraum angepasst, aber gleichzeitig genau dadurch gefährdet: Wenn die traditionelle Streuwiesenmahd aufgegeben wird, verfilzt und verbuscht ein Moor. „Dann aber kommt die Bekassine nicht mehr an die Nahrung im Moorboden“, so Niederbichler. Gefährdet sei der Bestand daher durch Entwässerung und anschließende Umwandlung in landwirtschaftliche Nutzflächen und durch Trockenlegung für den Torfabbau, denn dann werde der Boden zu hart.

Die Arbeit der Gebietsbetreuer wird gefördert vom Bayerischen Naturschutzfonds und dem Europäischen Sozialfonds (ESF). Niederbichler hofft, dass durch die besondere Aufmerksamkeit für den Vogel des Jahres weitere Bekassinen im Fünfseenland entdeckt werden. Wer einen solchen Vogel entdeckt, sollte ihn daher an den LBV Starnberg melden.  (Tel. 08143/8808 oder starnberg@lbv.de

Foto: © Peter Brützel, LBV Starnberg