Rosenpavillon mit Traumaussicht

Rosenpavillon„Ganz am Ende dieses Paradieses erhebt sich ein Tempel, mit Epheu und Kletterrosen überwachsen bis zur Spitze, um welche die Rosen sich zu einer Krone vereinen. Man tritt hinein, um einen Augenblick zu rasten. Die Gebüsche treten zurück und durch die blühende Umrahmung erscheint das herrliche Bild: der glänzende See, abgeschlossen von der riesigen Gebirgskette.“ Was die Besucherin der Roseninsel vor rund 130 Jahren so begeisterte, war bis vor kurzem spurlos verschwunden. Der gusseiserne Pavillon, der die Schreiberin an einen Tempel erinnerte, teilte das Schicksal der übrigen Gartenanlage der Roseninsel: vernachlässigt, vermutlich irgendwann verrostet, war er schließlich abgebrochen worden.

Jetzt steht er wieder an der Südostspitze der Insel – ein Geschenk des Fördervereins Roseninsel an den Eigentümer der Insel, den Freistaat Bayern. Anhand überlieferter Pläne und Grafiken konnte der Achteckbau in Eichenholz rekonstruiert werden. Auch ein Foto des alten Kiosks war dabei hilfreich. „Kiosk“, so nannte man den Vorgängerbau zu königlichen Zeiten, nach dem türkischen „Kjöschk“, das nichts anderes als Gartenhaus heißt. Um Verwirrungen und Enttäuschungen kaufwilliger Besucher vorzubeugen, spricht man heute lieber von einem Pavillon.

Von nun an wird der Zauber dieses idyllischen Fleckchens Erde von Jahr zu Jahr wachsen, denn an den acht hölzernen Ständern wurden Kletterrosen gepflanzt, die die zierliche Holzkonstruktion zuranken sollen. Eines schönen Tages wird es wieder so sein, wie es die enthusiastische Besucherin in längst vergangener Zeit erlebt hat: überwachsen bis zur Spitze, um die sich die Rosen zu einer Krone vereinen, wird der Pavillon wie ein Stück aus dem Paradies wirken. Ein Paradies mit traumhaft schönem Blick über den See und auf die Berge.