Ausprobiert: Nordic Walking

Vorbehalte sind hartnäckig. Gehen an Stöcken … Milde belächelte man die Ersten, die in dieser Bewegungsart unterwegs waren. Inzwischen macht fast jeder fünfte Deutsche Nordic Walking, bei den Frauen liegt der Anteil noch deutlich höher. 23 Routen stehen im Nordic Walking Park im Starnberger Fünfseenland zur Verfügung, ob für Fortgeschrittene oder Anfänger. Also ein Grund mehr, das mit Trainer Peter auszuprobieren.

Nordic WalkingAls sportlicher Mensch, der Skilanglauf betreibt und Bergsteigen, findet man schnell in den richtigen Bewegungsablauf hinein. Die Stöcke sind auf der richtigen Länge und werden schräg vor dem Körper aufgesetzt. Dabei heißt es fest zugreifen und am Ende der Schwingbewegung die Hand öffnen, damit durch die An- und Entspannung der Schultermuskulatur die Durchblutung angeregt wird. Zu viel denken ist aber auch nicht von Vorteil, davon werden die Bewegungen eher unkoordinierter. So sind wir lieber spielerisch im Wald unterwegs, immer wieder im Wechsel zwischen verschiedenen Trainingsintensitäten. Das flotte Gehen macht deutlich mehr Spaß als die Soft-Technik für Einsteiger. Schließlich soll etwas für das Herz-Kreislauf-System getan werden. Atmung und Stoffwechsel sowie Immunsystem werden ja bei jeder Outdoor-Sportart gestärkt.

„Nordic Walking ist ein idealer Ausgleich zum Büroalltag“, meint unser Trainer. 90 Prozent aller Muskeln sind im Einsatz, vor allem die gesamte Oberkörpermuskulatur. Das ist ein eindeutiger Vorteil gegenüber Laufen oder Radfahren. Wir werden es eventuell am nächsten Tag merken … Langläufer, Biathleten und nordische Kombinierer haben Nordic Walking als Sommertraining entwickelt, erfahren wir. Erst dann wurde es eine Breitensportart. So langsam sehen auch wir das Ganze nicht mehr als verkappten Spaziergang mit Hilfswerkzeug, sondern als Trainingsmethode neben unseren anderen sportlichen Betätigungen. Und schon fühlen wir uns besser.