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Museale Kostbarkeiten im Museum Starnberger See
Geschrieben von: Andrea Hähnle
Rokoko-Schönheit im Museum Starnberger See
Man weiß nicht, wen sie darstellen soll. Wohl eine Heilige, denn sie stammt vermutlich aus einem säkularisierten Kloster oder einer Kirche. Aber welche Heilige? Man weiß es nicht. So ist diese kostbare Figur einfach als “die Starnberger Heilige” bekannt. Bekannt aber ist sie, trotz ihrer Namenlosigkeit, denn sie ist von unglaublicher Schönheit und Eleganz. Ihr Schöpfer war offenbar ein Meister seines Fachs. Sie scheint zu tanzen, zu schweben. Dass ihre Gliedmaßen bis auf einen Fuß in einer leichten Sandalette fehlen, dass ihre Hände irgendwann abgebrochen sind, tut dem keinen Abbruch. Die kleinen Defekte stören nicht, so viel Anmut strahlt sie aus. Ihr Gewand flattert - wohl weniger wegen eines Windstoßes als aufgrund der unglaublich eleganten Bewegung. Das zarte Blau des Kleids und das helle Inkarnat wurden vor rund 250 Jahren aufgetragen, kein Restaurator hat sich dieser Farben angenommen. Das Haupt der ätherischen Schönheit ist leicht geneigt, und wer den Schutzengel in der Münchner Bürgersaalkirche kennt oder die Verkündigungsgruppe aus Weyarn, der glaubt auch sie zu kennen.
Tatsächlich ist diese “Heilige” aus der Blütezeit des Rokoko wie die anderen genannten Skulpturen ein Werk des bedeutenden Bildhauers Ignaz Günther. Der Stil, gerade auch das Antlitz der beeindruckenden Figur, spricht seine Sprache. Auch ein Beweis dafür wurde gefunden, die Signatur “F.I. Ginder fecit 1755quot”: “Franz Ignaz Günther hat (sie) 1755 gemacht”. Ein Meister seines Fachs.
Das Museum Starnberger See ist täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Fotos: © Museum Starnberger See
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