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Indonesische Stabpuppen im Buchheim Museum

Geschrieben von: Andrea Hähnle

Sehr bunt und sehr fremdartig wirken sie, die feingliedrigen Wayang-Kulit-Puppen in der Asien-Abteilung des BuchheimSeite_27 Museums. Ihre Farben strahlen geradezu, und so mag man zunächst kaum glauben, dass es sich um Puppen für ein Schattentheater handelt. Tatsächlich bedeutet "Wayang" Schatten, doch ebenso auch Theater im allgemeinen und meint zudem noch Ahne, Vorfahre.

Im Buchheim Museum halten die Puppen still und so kann man in aller Ruhe die Schönheit der Bemalung ihres aus Wasserbüffel-Pergament herausgestanzten Körpers bewundern. Während einer Vorführung erkennt die Farbenpracht dieser Puppen nur, wer sich der Bühne von hinten nähert, denn wie das Wort "Wayang" schon sagt, sieht der Zuschauer nur ihre zierlich-eleganten Schatten.

Philosophisches wirft Schatten

Neben diesen zweidimensionalen Schattenspielpuppen beherbergt das Museum auch eine beachtliche Zahl von deren nahen Verwandten, den Wayang-Golek-Puppen. Auch sie werden an Stöcken bewegt, sind aber aus Holz geschnitzt und somit deutlich lebensnaher. Ausstaffiert mit Stoff, Schmuck und Pailletten sind sie nicht weniger faszinierend anzuschauen als ihre zweidimensionalen Kollegen. Mit einem guten Puppenspieler an den Stäben können sie zu wahren Akrobaten werden und wirken, als ob echte Herzen in ihrer hölzernen Brust schlügen. Die Bedeutung des Wortes „Golek“ ist allerdings nicht Holz, wie man meinen könnte, sondern „Suchen“. Der Zuschauer soll nämlich am Ende eines Stückes das Gute und Schlechte im gesehenen Schauspiel suchen und daraus Schlüsse für sein eigenes Leben ziehen. Seit vielen Jahrhunderten gibt es diese Form des Theaters, die seit jeher kulturelle, religiöse und philosophische Einflüsse verarbeitet, in ihre Stücke integriert und sie so unters Volk bringt.

Wayang-Theater hat mittlerweile den UNESCO-Weltkulturerbe-Status erhalten. Im Buchheim Museum kann man sich an den Puppen erfreuen, sie mit etwas Phantasie tanzen sehen und sich über ihren faszinierenden kulturellen Hintergrund informieren.

Foto: Wayang Golek Figur um 1960 © Buchheim Museum