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Aufbruch zu neuer Kreativität: Kunstpreisträgerin Julia Reich im Paul-Thiem-Atelier
Geschrieben von: Cordula Steger
Jetzt kommt ein neuer Abschnitt in ihrem künstlerischen Schaffen. Julia Reich, Trägerin des 12. Kunstpreises für Malerei der Stadt Starnberg, freut sich auf die Zeit im Paul-Thiem-Atelier, in das sie im Februar ziehen wird. Die Leere des weißen, hohen Raumes bedeutet für sie vor allem Offenheit, bisher unbekannte Möglichkeiten und den Beginn von etwas Neuem. Es ist eine Herausforderung, auf die sie sich gerne einlässt. Reich lässt sich bei ihrem Schaffen Zeit für Entwicklung. Aufmerksam ist sie unterwegs, am liebsten im Freien. Wenn ihr etwas Ungewöhnliches auffällt, setzt sich das bei ihr fest. Oft sind es überraschende oder skurrile Objekte, die sie neugierig wahrnimmt, oder Zeichen des Übergangs von Vergangenem zu Neuem, die sie inspirieren. Sie will diese Spuren festhalten, bevor sie verschwinden. Ihr erster aufgegriffener Impuls nimmt dann langsam Gestalt an. Aus dem weiteren Sammeln ergibt sich ihr Thema.
Auch bei ihrer von der Jury preisgekrönten Arbeit, Druckgrafiken von Schaufenstern in der Schillerstraße, hat sie sich von den ersten Eindrücken ungewöhnlicher Elemente anstoßen lassen und eine Serie von 25 Einzeldrucken mit einer großen thematischen Bandbreite erarbeitet. Ihre daraus ausgewählten drei Werke überzeugten die Jury auch wegen des Mutes der Künstlerin, mithilfe des historischen Handwerks der Druckgrafik „Frauenrollen der Gegenwart zeichenhaft vorzuführen“, so die Begründung.
Gerade arbeitet sie an einer neuen Serie von Druckgrafiken mit alten Bäumen, die in Tutzing in der Nähe ihres eigenen Ateliers für den Neubau eines Gewerbebereiches weichen mussten. Auch da taucht diese Nahtstelle wieder auf, die sie so fasziniert: Das Verlorengegangene und die Spuren, die sie künstlerisch aufgreift und so lebendig hält. Julia Reich experimentiert gerne mit Inhalten, Gestaltungsformen und Techniken. Umwege, Misserfolge oder Scheitern gehören bei diesen Arbeitsprozessen wie überall dazu und werden als Lernchance aufgegriffen. Dem Ortswechsel in das Starnberger Atelier sieht sie mit Spannung und Neugier entgegen. Sie weiß, was sie kann, und freut sich auf den kreativen Prozess und die neue Bewegung in ihrer Arbeit.
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