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Geschrieben von: Andrea Hähnle
Gästeführer im Fünfseenland
"Man sieht nur, was man kennt." Diese Weisheit kann jeder bestätigen, der schon einmal bei einer Führung Dinge entdeckt hat, die ihm nie zuvor aufgefallen sind. Für solche Erlebnisse braucht es kundige Führer. Auch im Fünfseenland sieht man sie, die Gästeführer, meist umgeben von mehr oder weniger andächtig lauschenden Menschen: Wie sie etwa in Starnberg die Geschichte des Schlossgartens erläutern oder im Buchheim Museum die Zeit der Brücke-Maler lebendig werden lassen. In Andechs setzt man sich gerne dazu, wenn sie Geschichten über die Wallfahrt erzählen, und auf der Roseninsel beneidet man sie um einen der schönsten Arbeitsplätze der Welt.
Gästeführer ist ein schöner, vielseitiger und auch ein anspruchsvoller Beruf. Denn wer sein Urlaubsziel oder seine Heimat mit Hilfe einer Führung erkundet, erwartet zu Recht Qualität. Und das heißt zunächst: fundiertes Wissen, denn ein Gästeführer, der allzu selten eine Antwort auf Fragen geben kann, ist eine traurige Figur. Doch das ist nicht alles, denn wer möchte schon mit trockenen Zahlen und Fakten überschüttet werden! Unterhaltsam sollte so ein Rundgang daher auch sein. "Die Gäste haben ein Recht darauf zu lachen," formuliert es die Kunsthistorikerin Dr. Gertrud Rank, eine der hiesigen Gästeführerinnen.
Neu: Gästeführer-Netzwerk
Professionelle Gästeführungen gibt es im Fünfseenland schon lange, doch erst im vergangenen Jahr haben sich sechs Kolleginnen zum "Gästeführer-Netzwerk Starnberger Fünfseenland" zusammengeschlossen. Für Gäste und für den Tourismusverband erleichtert dies vieles: Sie können sich leichter einen Überblick über das Angebot verschaffen, die Preise sind nun einheitlich, und sollte eine Gästeführerin einmal krank werden, lässt sich leichter als bislang eine Vertretung finden. Die Gästeführerinnen wiederum unterstützen sich gegenseitig in der Fortbildung, denn Qualität in Inhalt und Methodik liegt ihnen am Herzen. So besitzen vier von ihnen - zusätzlich zu anderen Qualifikationen wie Studium oder Gästeführer-Ausbildung in München - das Gästeführer-Zertifikat des "Bundesverbands der Gästeführer Deutschland", bei dem das Netzwerk Mitglied ist. Die beiden anderen Kolleginnen, die in der ersten Phase verhindert waren, absolvieren derzeit die Seminare und Veranstaltungen, die Voraussetzung für den Erwerb dieses professionelle Gütesiegels sind.
Man sieht nur, was man kennt. Wer mehr sieht und mehr weiß, versteht Kultur und Tradition einer Region besser. Dieses Verständnis zu vermitteln, auch mal gewürzt mit herzhaftem Lachen, ist das Ziel der Gästeführerinnen. "Ich freue mich über jeden, der versteht, dass Andechs mehr ist als Bier. Der versteht, dass dies hier eine lebendige Wallfahrt ist und dass dies einen großen Teil Bayerns ausmacht: die wunderbare Landschaft, die Nähe der Kirche und die Menschen hier," so beschreibt Ursula Jakob aus Andechser Perspektive stellvertretend für ihre Kolleginnen, was sie auch nach zahllosen Führungen immer wieder neu motiviert.
Weitere Informationen über das Gästeführer-Netzwerk auf der Website des Tourismusverbandes Starnberger Fünf-Seen-Land unter www.sta5.de/gaestefuehrer.0.html.
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